Getreide-Chemotherapie
Konventionell angebautes Getreide kriegt nicht nur Kunstdünger und Pestizide ab, sondern auch z.B.:
Azole
1200 Tonnen kommen jährlich auf Deutschlands Getreidefelder. Ärzte befürchten, dass durch ihre Verwendung in der Landwirtschaft ihre Wirksamkeit als Medikamente gegen Pilzerkrankungen beim Menschen verloren gehen.
Cycozel
Ein Wachstumsregulator für Getreidepflanzen. Der Wirkstoff verhindert die Synthese der für das Längenwachstum verantwortlichen pflanzeneigenen Gibberellinsäuren (Wachstumshormone). Das Längenwachstum der Zellen wird verlangsamt, was eine Reduktion der Halmlänge verursacht. Cycozel wird wegen seiner nur zum Teil erforschten Auswirkungen auf den Menschen von Toxikologen als sehr bedenklich eingeschätzt.
Antibiotika
Ein hoher Anteil der Medikamente, die den Nutztieren verabreicht werden, wird vom Körper nicht resorbiert, sondern über den Urin wieder ausgeschieden. So gelangen diese Medikamente über die Gülle aufs Feld, in den Boden, in die Pflanze und schließlich in den Menschen...
Der Verbrauch an Veterinärpräparaten steigt ständig!
In Deutschland erhöhten sich ihre die Ausgaben von 1993 bis 1997 um 26%. Lt. Deutscher Gesellschaft für Ernährung machen die am Tier verwendeten über 5.000 Tonnen Antibiotika 48,53% des Gesamtverbrauches aus. Weltweit gehen ebenfalls mehr als 50 % der Antibiotikaherstellung in die Tierproduktion.
Getreide als Waffe
Die bedeutendsten Lebensmittel werden über die Börse verkauft. Die Getreidebörse in Chicago (CBOT, Chicago Board of Trade, gegr. 1848) handelt zwei Drittel der Weltgetreideernte. So lässt sich der Weizen auch als politisches Druckmittel einsetzen. Ein Drittland bekommt z.B. nur dann Weizenlieferungen, wenn es die politischen Bedingungen des Exportlandes erfüllt. Dafür wurde das Schlagwort „Weizen als Waffe“ geprägt.
Das Spekulieren an der Getreidebörse in Chicago kann Tausende von Menschen in den Hungertod treiben, weil die Notprogramme für Nahrungsmittellieferungen in Notstandsgebiete bei steigenden Preisen nicht mehr finanziert werden können.
Gen-Weizen bereits bittere Realität?
Das Umweltbundesamt schreibt in „Nachhaltige Entwicklungen in Deutschland“: Weltweit sind Anbau und Verbreitung gentechnisch veränderter Pflanzen auf über 50 Mio Hektar im Jahr 2001 angestiegen. Hauptanbauländer sind – neben den USA – Argentinien, Kanada und China. In der Anwendung der Gentechnik werden vor allem aus Anbieterperspektive Chancen gesehen (Monsanto, Novartis). Den möglichen positiven Wirkungen eines Einsatzes gentechnisch veränderter Organismen stehen schwierig einzuschätzende Langzeitrisiken gegenüber. Die erhoffte Umweltentlastung, z. B. Einsparung von Herbiziden und Insektiziden durch den Anbau von herbizid- und schädlingsresistenten Pflanzen, ist derzeit noch nicht ausreichend belegt. Internationale Anbauerfahrungen mit transgenen Pflanzen zeigen jedoch, dass sich teilweise die Umweltbelastungen der konventionellen Landwirtschaft (z.B. durch Pestizide) verstärken. In Einzelfällen wurden auch geringere Erträge festgestellt. Mehrfachresistente Pflanzen, Saatgutverunreinigungen, usw. sind weitere negative Begleiterscheinungen. Fazit: Anbau transgener Pflanzen kann nicht als nachhaltig bezeichnet werden.
Dennoch: Der Einstieg in die Gentechnik ist auch in Deutschland längst vollzogen. Ein Ausstieg wäre mit großen Kosten- und industriepolitischen Nachteilen verbunden. Ein völliger Verzicht ist praktisch nicht mehr möglich, obwohl bereits über 70% der Menschen in Europa Gentechnik-Produkte ablehnen! (Perspektiv-Forum des Deutschen Bauernverbandes)
Weizennotierung als Wirtschafts-Regulativ
In Kansas City notierte Weizen Anfang September 2002 bei 158,70 Euro je Tonne. Ende Januar 2003 lag der Preis nur noch bei 118,70 Euro je Tonne. Der Weizenpreis wurde durch folgende zwei Faktoren erheblich gedrückt: der Euro hat in jüngster Zeit gegenüber dem US-Dollar stark an Wert gewonnen, seit Anfang November sind die US-Weizennotierungen kräftig gesunken.
Dieser preisliche Hintergrund belastet derzeit das EU-Exportgeschäft, vor allem für deutsche Unternehmen.
Unser Lösungsansatz: Friedfertiger Landbau
- ohne Nutztierhaltung
- ohne Mist und Gülle
- ohne tierische Zusätze
- ohne Kunstdünger
- ohne Klärschlamm
- ohne Pestizide
- ohne Genmanipulation
- ohne ...
- Mehr über den Friedfertigen Landbau (hier klicken)
Mit einem gerechten Preis für den Landwirt, den Produzenten, den Handel und den Kunden. Ein gerechter Preis auch zum Wohle der Mutter Erde, der Natur, den Tieren und den kommenden Generationen.
Nahrungsmittel sind in Deutschland billiger ...
... als Heizöl - Heizen mit Getreide
12,5 kg Getreide haben den gleichen Heizwert wie 10 kg Holzpellets oder 5 Liter Heizöl. „Die Preisuntergrenze der Agrarprodukte wird von ihrem Heizwert bestimmt“ – diese Jahrzehnte alte Erkenntnis ist Wirklichkeit geworden. (www.getreideheizung.de) . Der Verfall des Weizenpreises hat dazu geführt, dass die Kilowattstunde Wärme aus dem Weizenfeuer heute billiger ist als jene aus dem Ölfeuer. ‚Logische’ Marktreaktion: Weizen wird zum Brennstoff. Bei einem Heizölpreis von 40 Cent pro Liter und einem Getreidepreis von 10 Cent je Kilo kostet die Wärme aus der Getreideheizung 41 % weniger als die Wärme aus der Ölheizung.
Unter bestimmten Voraussetzungen hält der Umweltbeauftragte der Diözese Würzburg, Edmund Gumpert, das Verbrennen von Getreide zur Wärmeerzeugung für ethisch vertretbar. (POW, 25.7.2001)
Billigpreispolitik auf Kosten der Landwirte
Viele Verbraucher freuen sich (zumindest kurzfristig) über „billige“ Lebensmittel. Der Bauer bekommt jedoch z. B. für ein Kilogramm Weizen weniger als vor 50 Jahren – damals waren es 66 %, heute nur 3,5% des Brotpreises.
Der Großteil der Wertschöpfung bei der Produktion eines Lebensmittels vom Feld bis zum Kunden landet bei den Aktionären der Konzerne. Der geringste Teil bleibt bei der Landwirtschaft.
Das Vieh der Reichen frisst das Brot der Armen
In der EU wurden im Wirtschaftsjahr 1994/95 rund 87 Mio Tonnen Getreide in der Tierhaltung verfüttert (d. s. 54% der gesamten EU-Ernte). Bis zu den siebziger Jahren konnte die Dritte Welt Getreide ausführen – seit den Siebzigern muss sie es einführen. Das kam nicht nur durch die wachsende Bevölkerung, sondern durch die explodierende Tierindustrie.
Wenn ein armes Land, in dem die Leute wenig Tierprodukte essen, Selbstversorger in Brotgetreide werden will, dann würden dazu bereits 200 Kilogramm pro Person pro Jahr reichen!
Falls man die 670 Millionen Tonnen Getreide, die als Futter verschwendet werden, nur um 10 % verringern würde, könnte man damit bereits zusätzliche 225 Millionen Vegetarier ernähren.
www.vegetarismus.ch
Deutschland z.B. importierte sechsmal mehr Güter der Land- und Ernährungswirtschaft aus Entwicklungsländern, als es dorthin exportierte (BM für Ernährung, LW und Forsten, 1998).
Der Verzicht auf den jährlichen Import von 50 Millionen Tonnen Futtermittel in der EU allein würde ausreichen, um 600 Millionen Hungernden eine ausreichende Zusatzernährung zukommen zu lassen. Die Kräfte des freien Marktes lassen dies aber nicht zu, weil die „Kaufkraft“ der Futtertröge von Huhn, Schwein und Rind bei uns größer ist als die der Hungernden.
Siehe auch unsere neuen Infoseiten:
www.fisch-nein.de (hier klicken)
www.laktose-nein.de (hier klicken)
www.glutamat-nein.de (hier klicken)
















